Kinder sicher im Netz

Genau wie für Erwachsene ist das Internet Zeitvertreib, Informationsquelle, Treffpunkt und Gefahr zugleich. Wobei Kinder – nicht zuletzt aufgrund ihrer Neugier – natürlich ungleich mehr Gefahren ausgesetzt sind.

Um zumindest auf das Wichtigste vorzubereiten, solltet ihr dem Nachwuchs einige Grundregeln ans Herz legen:

1) Insbesondere Grundschulkinder brauchen Orientierung. Warum legt ihr euren Kids nicht eine Lesezeichenliste (Favoriten) mit kindgerechten Seiten an? Das lenkt die Aktionen im Netz gleich in die richtige Bahn.

Empfehlenswert ist beispielsweise das kindgerechte Internet-Portal FragFinn.de, das Suchmaschine und Surf-Tipp-Sammlung zugleich ist. Auch den Internauten können Kinder ruhig Besuche abstatten.

2) Keine Kennwörter verraten: Kinder verraten ihr Kennwort gern anderen – gegebenenfalls auch Fremden über das Netz. Sie sollten möglichst früh lernen, dass Kennwörter unbedingt geheim gehalten werden müssen.

3) Keine Software herunterladen oder installieren: Schadsoftware verbreitet sich inzwischen massenhaft per Social Engineering. Die Anwender installieren den Schädling also selbst. Am besten ist es, wenn der Nachwuchs – und natürlich auch die Eltern – nicht mit einem Administratorkonto am PC arbeitet. Dies erschwert die Installation von Malware.

4) Keine echten Namen: Kinder sollten besser nicht mit ihrem Vor- und Zunamen im Netz agieren. Besser sind erdachte Namen, insbesondere in Foren. In Sozialen Netzwerken wie Facebook, die halbwegs profunde Einstellmöglichkeiten zum Schutz der Identität bieten, kann hingegen auch der richtige Name verwendet werden.

5) Sparsamkeit mit persönlichen Informationen: Egal, ob in einem Blog, an der eigenen Pinnwand bei Facebook oder im Chat: Kinder sollten so wenig wie möglich über ihr Leben preisgeben. Informationen über Wohnort, Schulweg, geplante Ausflüge oder Kontaktdaten haben nichts im frei zugänglichen Web verloren. Noch viel weniger natürlich Partyfotos, auf denen beispielsweise reichlich Alkohol zu erkennen ist. Solche Belege können später durchaus peinlich werden bzw. den (Online-) Ruf schädigen.

6) Die weit verbreiteten Betriebssysteme Mac OS X und Windows bringen ab Werk Schutzfunktionen mit. Wie beispielsweise die Jugendschutzeinstellungen in Microsoft Windows 7 konfiguriert werden können, erläutert Microsoft hier auf seiner deutschen Webseite.

7) Vorsicht in Sozialen Netzwerken: Kinder müssen wissen, dass sie in Sozialen Netzwerken von jedem anderen Internetnutzer gesehen, besucht und auch angesprochen werden können. Ähnliches gilt für Instant-Messaging-Dienste.

Im ersten Schritt sollten Eltern ihre Kinder an die Hand nehmen und sie für den richtigen Umgang mit Social Media Plattformen schulen. Hierzu gehört zum Beispiel gemeinsam das (Facebook)Profil einzurichten und die Sicherheitseinstellungen vorzunehmen und so den bewussten Umgang zu lehren. Auch gilt es, über Gefahren aufzuklären und zu sensibilisieren, in bestimmten Situationen (etwa bei Kontaktaufnahme von Fremden via Chat / Facebook & Co.) auf die Eltern zuzugehen.

Aber nicht nur Aufklärung und Fürsorge helfen den Kids, sicher durchs Netz zu surfen. Auch die Technik selbst unterstützt: Speziell für den Schutz der Sprösslinge bei Ausflügen im Social Web ist der „Avira Kinderschutz für Soziale Netzwerke“. Er verhindert beispielweise, dass Kinder bei Facebook mit für sie ungeeigneten Wörtern oder Bildern in Kontakt kommen – auch dann, wenn die Inhalte von (vermeintlichen) Freunden ins Netz gestellt wurden. Die Sicherheitslösung durchsucht das Facebook Profil eines Kindes auf verdächtige Personen oder Aktivitäten und weist Eltern beispielsweise auf unbekannte Erwachsene, die sich mit dem Kind befreunden möchten, hin.

Wichtiger als die Technik ist jedoch das Vertrauen. Denn ohne Vertrauen zwischen Eltern und Kind sind Monitoring-Tools kein echter Schutz. Ein Allheilmittel können die Werkzeuge ohnehin nicht sein.